Archive for the IT-Management category

Der Megatrend nach Cloud Computing. Die Überlebensstrategie für das Organic Computing Age.

Jörg Osarek auf der DOAG Konferenz 2011 in Nürnberg

Die ganze IT-Welt ist im Cloud Computing Fieber. Die ganze Welt? Nein. Eine kleine Zahl visionärer Denker arbeitet an der nächsten IT-Revolution, die Cloud Computing als wichtigen Baustein nutzt. read more…

Natürlich gibt es SOA noch!

Holger Itzenhäuser
Von Zeit zu Zeit werde ich von Kunden oder Geschäftspartnern gefragt, was es neues zum Thema SOA gäbe oder ob es SOA gar nicht mehr gäbe. Die Frage lässt sich ganz kurz beantworten:

SOA gibt es nach wie vor, allerdings ist es nicht mehr so “hype” wie vor einigen Jahren. SOA bietet weiter viel Potential für geschäftlichen Nutzen in den Unternehmen.

Vor einigen Jahren war SOA (Service-Orientierte Architektur) in aller Munde. In Fachveröffentlichungen war SOA ein Dauerthema. SOA wurde im Rahmen verschiedenster Lösungen als wichtiger Baustein aufgeführt. Einige Unternehmen legten sehr schnell den Aufbau einer SOA-Infrastruktur als Unternehmensziel fest. Allerdings scheiterten, aus heutiger Sicht betrachtet, auch eine Vielzahl an SOA-Projekten. Als Hype-Thema wurde SOA inzwischen durch andere Themen ersetzt. Die inhaltliche Arbeit mit dem Thema SOA ging und geht aber weiter.

Um eine SOA Umgebung erfolgreich zu betreiben erfordert es stimmige Konzepte und Lösungen in den Bereichen

  • Tools und Technologie
  • Konsequentes Prozessdenken
  • Organisatorische Rahmenbedingungen
  • Mitwirkung und Veränderungsbereitschaft der Menschen

Tools und Technologie: Mittlerweile gibt es einen hohen Reifegrad bei den eingesetzten Tools und Technologien. Die Werkzeuge der frühen SOA Jahre sind stark überarbeitet und erweitert. Man ist weg gekommen von Insellösungen hin zu offenen Lösungen auf Basis von (de facto-) Standards. Der Aufbau von stabilen, erweiterbaren Lösungen ist jetzt möglich.

Konsequentes Prozessdenken: Der früher vorherrschende Ansatz bereichsspezifische Lösungen ohne Schnittstellen in andere Unternehmensbereiche bereitzustellen, ist weitgehend verdrängt worden. Die Unternehmensbereiche sind eng miteinander vernetzt und Lösungen müssen aus Sicht des Geschäftsprozesses “end-to-end” betrachtet werden, was in der Regel auch heißt, dass sie bereichsübergreifend sind. Dieses Prozessverständnis auf allen Ebenen ist eine Voraussetzung für den Erfolg von SOA.

Organisatorische Rahmenbedingungen: Organisatorisch sind klare Regeln zur Festlegung, Entwicklung, Veröffentlichung und Einsatz von Services innerhalb einer SOA-Infrastruktur zu schaffen. Es bedarf einer Steuerung, die den unkontrollierten Wuchs von Prozessen und Services kanalisiert und bereits existierende Teillösungen in Form von Service bekannt und für viele nutzbar macht. SOA Governance umfasst unter anderem die gerade genannten Punkte.

Mitwirkung und Veränderungsbereitschaft der Menschen: Nicht zuletzt ist es zwingend erforderlich, die beteiligten Menschen in die, inzwischen zwar nicht mehr allzu neue, aber dennoch teilweise herausfordernde “Prozessdenke” mitzunehmen. Veränderungen können nur wirksam werden, wenn die Beteiligten den Prozessen, Strukturen und neuen Systemen folgen können (und wollen).

Heute gibt es in vielen Unternehmen SOA-Lösungen, welche die obigen vier Bereiche nur teilweise abdecken, mit sehr unterschiedlichen, wenig harmonischen Gewichtungen. Die zentrale Herausforderung beim Aufbau und beim Einsatz einer SOA Umgebung besteht darin, diese vier Bereiche in ein Gleichgewicht zu bekommen und dort zu halten.

Hierzu können wir auf weitreichenden Erfahrungen verschiedener Unternehmen in Form von Best Practices aufbauen. Eine im Gleichgewicht befindliche, unternehmensweit verfügbare SOA-Umgebung ist die Grundlage für erfolgreiche Lösungen. Die durch SOA erwarteten Vorteile können so voll zur Geltung kommen und sogar durch darauf aufbauende Lösungen, z.B. BPM (Business Process Management) einen zusätzlichen geschäftlichen Nutzen bringen.

Fazit: Der Hype um SOA hat sich gelegt. Potential und möglicher geschäftlicher Nutzen durch SOA Lösungen ist aber nach wie vor sehr groß.

In: IT-Management, SOAAuthor: Holger ItzenhaeuserComments (0)

Arbeitsmarktrevolution durch Cloud Computing? – Gedanken zu HuaaS

von Jörg Osarek, Partner, its-people

Cloud Computing ist derzeit in der IT das Hype-Thema. Ende 2010 gab es viele Veranstaltungen mit vielen interessanten Vorträgen dazu. Viele definierten Cloud Computing in einem XaaS-Ansatz, wobei das X für “everything” steht – also “everything as a service”. Neben Virtualisierung und Vernetzung/Mashups enthielten alle Definitionen IaaS, PaaS und SaaS, also Infrastructure as a Service, Platform as a Service und Software as a Service. Doch bei allen Definitionen, die ich gesehen habe, fehlte die Komponente HuaaS (Humans as a Service), wobei diese als ergänzende Komponente in Cloud Computing Architekturen meiner Ansicht nach das höchse revolutionäre Potential hat.

Cloud Computing
Isoliert angeschaut ist es nichts neues, Jobs über das Internet zu vergeben. Betrachtet man die Herangehensweise des Marktplatzes “Amazon Mechanical Turk” bei der Vergabe von HITs (Human Intelligence Tasks), wird das Potential schnell deutlich. Zu vergebende Einzel-Arbeiten können dort eingestellt, mit Qualitätsmerkmalen, erforderlichen Qualifikationen, der Anzahl der Durchführung und einem Preis versehen werden (z.B. 200 Adressen erfassen für 5 cent pro Stück). Jeder, der ein Konto dort sowie die Qualifikation hat, kann diesen Task ausführen. Das Revolutionäre: Amazon bietet eine API (Application Programmers Interface) dazu an, mit der diese Task-Bearbeitung in die eigene Cloud-Applikation eingefügt werden kann. Damit ist es möglich, nicht nur Business-Anwendungen zu erstellen, sondern menschliche Arbeit gleich mit in die eigene Cloud-Anwendung einzubauen. Sofern der Preis für die Arbeit stimmt und für das Einhalten der Qualitätskriterien gesorgt wird, können so komplexe Prozesse auch ohne das Anstellen von Mitarbeitern oder Buchen von Dienstleistern durchgeführt werden, denn die globale Workforce wartet permanent vor den Bildschirmen auf bezahlte Arbeit.

Natürlich gibt es viele Aufgaben im Unternehmen, die dafür aufgrund von Datenschutz- oder Kontinuitätsanforderungen erst einmal ungeeignet scheinen. Doch ein Markt ist definitiv da und er wird unsere Arbeitswelt verändern. Gab es bislang den Begriff des Tagelöhners, so läutet dieser Paradigmenwechsel das Zeitalter des Minutenlöhners ein – und hiesige Arbeitnehmer konkurrieren nun mit Micro-Workers rund um den Globus. Wenn durch die Partielle Einbindung von HuaaS in Cloud Architekturen die Kosten für manche menschliche Tätigkeiten signifikant gesenkt werden können, werden Unternehmen dies für bestimmte Bereiche auch nutzen. Unternehmen, Politiker, Gewerkschaften und die Menschen als Leistungsträger sind hier gefordert, eine intelligente und zukunftsorientierte gesellschaftliche Diskussion über HuaaS zu eröffnen. Diese darf nicht im üblichen: “Das wollen wir nicht und wir streiken jetzt” steckenbleiben. Denn dieser neu erwachsende Teil eines globalisierten Arbeitsmarktes ist ein Faktum und es nutzt nichts, den Kopf in den Sand zu stecken.
Vielmehr ist es ratsam, ein konstruktives, proaktives Umgehen mit diesem neuen unternehmerischen Instrument zu entwickeln und die Rollen eines jeden Einzelnen dadurch positiv zu verändern.

Vertiefung:
http://en.wikipedia.org/wiki/Amazon_Mechanical_Turk

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