Reisezeit!

von Sabine Heimsath (Kommentare: 0)

Autor: Sabine Heimsath, Portfolio Manager Anwendungsentwicklung, its-people GmbH

Das erste halbe Jahr 2017 war vollgestopft mit Reisen zu mehreren Konferenzen, die sich zwar alle um Oracle-Produkte drehten, aber trotzdem völlig unterschiedlich waren.

Anfang März - OUGN

Im März durfte ich zwei Lieblingsvorträge beim OUGN Spring Seminar halten. Die Konferenz der norwegischen Oracle User Group findet an zwei Tagen statt - am ersten zwischen Oslo und Kiel; am zweiten zwischen Kiel und Oslo. Ich war noch nie auf einem solch großen Schiff wie der Color Fantasy und war entsprechend beeindruckt. Blöd nur, dass ich einen Teil des ersten Tages verschlief, weil ich völlig überflüssigerweise prophylaktisch Tabletten gegen Reiseübelkeit eingenommen hatte! Das störte auch ein wenig die Kommunikation beim Dinner. Wenn ich mich nur erinnern könnte, worum es ging...

Immerhin schaffte ich es vor dem Einschlafen noch, meinen Vortrag zu PL/Scope zu halten. Es handelte sich um eine Premiere, da ich das allererste Mal Demos auf der ein paar Tage zuvor veröffentlichten VM mit Oracle 12.2 präsentieren konnte! Realistisch betrachtet ein kleiner Schritt für die Menschheit, aber im kleinen Universum der PL/SQL-Entwickler ein Meilenstein, da SQL-Statements im PL/SQL-Code nicht mehr wie bisher bei der Analyse ignoriert werden, sondern ebenfalls beim Kompilieren mit vielen Zusatzinformationen in die Metadaten eingehen. Traumhafte Zustände!

Die Herausforderung beim Vortrag am zweiten Tag bestand darin, eine Auswahl aus den Highlights der SQL Developer Features zu treffen, die den Zuhörern am meisten Nutzen bieten. Dem Feedback nach zu urteilen ist das durchaus gelungen, aber wie immer war die Zeit natürlich zu kurz für die vielen kleinen und großen Produktivitätsbooster!

Mein Kollege Robert Marz präsentierte viele Demos beim Vortrag Scripting mit SQLcl. Die Beispiele waren zwar möglichst einfach gehalten, aber die Fülle an Möglichkeiten, die der SQLPlus-Nachfolger in Kombination mit verschiedenen Skriptsprachen bietet, sind einfach überwältigend! In seinem zweiten Vortrag stellte Robert das REST Interface des OVM Managers vor und zeigte, wie sich damit die Verwaltung und das Reporting automatisieren lassen.

Ende März - APEX world

Die APEX world in Rotterdam (wieder ein Schiff, aber ein stationäres) kannte ich bisher nur aus der Besucherperspektive. Dieses Mal war ich aber mit einem eigenen Vortrag dabei. Letzter Tag, letzter Slot - für mich nicht so ganz entspannt, da eine Konferenz für mich immer erst richtig nach meinem letzten Vortrag losgeht ;-)

Trotzdem: Einige Präsentationen konnte ich ansehen, zum Beispiel die Keynote von Mike Hichwa, der uns auf eine Zeitreise von den ersten Anfängen mit WebDB mitnahm, dann über den Neustart mit HTMLDB bis zu APEX und zukünftigen Entwicklungen. Es bleibt aufregend!

Ein interessantes und wichtiges Thema behandelte Dietmar Gabauer: Wie führt man Entwickler an APEX heran? Je nachdem, welche Voraussetzungen mitgebracht werden, sollte man unterschiedliche Ansätze wählen.

In meinem eigenen Vortrag ging es um Code-Instrumentierung in PL/SQL, ein Thema, das schon lange schwelt, aber doch meistens mit sehr geringer Priorität angegangen wird. Dabei gibt es inzwischen mehrere sehr gute Open Source Frameworks, die man sich zumindest beim Aufsetzen eines neuen Projektes näher ansehen sollte. Unabhängig davon gibt es einige Empfehlungen, die sich auch ohne den Einsatz eines ganzen Frameworks umsetzen lassen.

Anfang Mai - APEX connect

Nach einem ruhigen April, in dem nur eine DOAG-Delegiertenversammlung lag, stand im Mai die APEX connect in Berlin an. Am Bahnsteig warteten schon unsere Frankfurter Meetup Kollegen, so dass die Reisezeit zwar nicht produktiv, aber sehr kommunikativ verging! Im für seine Farbenfreude berüchtigten nhow Hotel gab es dann abends noch mehr bekannte Gesichter; viele der internationalen Teilnehmer waren schon eingetroffen.

Ein gütiger Mensch hatte ein Einsehen gehabt und mich mit einem Vortragsslot am ersten Tag bedacht, in dem ich wieder über mein Lieblingstool SQL Developer schwärmen durfte. 'Erster Tag' kann allerdings auch bedeuten, dass man die Erste ist, die das Fehlen eines HDMI-Adapters bemerkt. Das führte leider zu einer leicht abgekürzten Demo. Doch nach dem Feedback, das von vielen Seiten kam, habe ich es wohl geschafft, auch den alten Hasen einige nützliche Dinge zu zeigen.

Robert Marz demonstrierte dieses Mal, wie man Datenbanklinks durch REST, JSON und ORDS ersetzen kann, und welche Vor- und Nachteile man sich damit einhandelt.

Meine Highlights waren - neben der Aussicht und der phantastischen Essensauswahl - wieder einmal der kurze und unkomplizierte Draht zu den Oracle-Mitarbeitern und die Gespräche mit dem Rest der Community (auch wenn ich ein paar Menschen vermisst habe), die immer wieder neue Denkanstöße geben und tolle Lösungen ermöglichen.

Auch - und gerade - die Vorträge zu den Themen, zu denen man selbst präsentiert, sind unheimlich spannend, weil sie teilweise eine völlig andere Herangehensweise beinhalten. Ein besonders gutes Beispiel war der hervorragende Beitrag von Philipp Salvisberg zu PL/Scope. Zum selben Thema hatte ich später noch eine Diskussion, die wie so häufig mit einer harmlosen, kleinen Frage begann und sich dann in viele weitere hochinteressante Gebiete ausweitete...

Sehr lohnenswert waren auch bei der Connect die Keynotes, von denen ich hoffe, dass die angekündigte Veröffentlichung durch die DOAG demnächst erfolgt.

Fazit

Man muss natürlich nicht drei Konferenzen in drei Monate quetschen. Aber es ist immer noch etwas anderes, ob ich ein Buch oder einen Blog lese oder mich aus meinem gewohnten Umfeld heraus bewege, um neue Impulse zu bekommen. Daher lohnt es sich schon, ab und zu persönlich eine Veranstaltung zu besuchen - sei es das Meetup 'um die Ecke', eine Schulung oder eine Konferenz - es muss ja nicht gleich im Ausland sein.

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