Vom „Komputerfriektreffen“ zu einem der größten Kongresse Europas

von Uwe Blenz (Kommentare: 0)

Rund 20 Teilnehmer trafen sich am 12.9.1981 in der Berliner taz-Redaktion. Aufgerufen hatten dazu mit der „tu-wat“-Einladung Tom Twiddlebit (korrekter Name: Klaus Schleisiek), Wau Holland (korrekter Name: Herwart Holland-Moritz), Wolf Gevert, Wulf Müller und Jochen Büttner. Dies war die Geburtsstunde des „Chaos Computer Club“.

Zu einem eingetragenen Verein wurde der CCC dann im April 1986. Dieser „intergalaktischen Hackervereinigung“ gehören nach eigenen Angaben mittlerweile ca. 9.000 Mitglieder an. Dazu kommen dann noch in vielen Städten Erfahrungsaustausch-Kreise und Chaos-Treffs. Erfa-Kreise sind in der Regel lokale Vereine mit Clubräumen, Chaos-Treffs sind lockere Zusammenkünfte von Interessierten ohne eine Mitgliedschaft.

Mit kriminellen Attacken auf Computersysteme, an die bei Hackern oft zuerst gedacht wird, haben die Mitglieder des CCC aber natürlich nichts zu tun. Vielmehr geht es um den im bildlichen Sinne kreativen Umgang mit der Technologie und das Aufzeigen von Schwachstellen der digitalen Gesellschaft.

GSM-Hack (1997), T-Com-Hack (2004), Nedap-Hack (2006) und PC-Wahl-Hack (2017) sind einige der „Hacks“ in der Geschichte des Clubs. Legendär wurde der CCC allerdings schon mit dem BTX-Hack 1984 (BTX = interaktives Bildschirmtextsystem der Deutschen Bundespost). Hier konnte der CCC erstmals aufzeigen, dass das BTX-System bei weitem nicht so sicher war, wie es die Bundespost glaubte. Ein Datenüberlauf brachte das System dazu, eigentlich geheime Speicherinhalte, dem Benutzer anzuzeigen. So unter anderem im Klartext den Benutzernamen samt Passwort.

Kurz danach fand 1984 die erste offizielle größere Veranstaltung, der Chaos Communication Congress, im Eidelstedter Bürgerhaus in Hamburg unter dem Titel „CCC’84 nach Orion’64“ statt.

Während die Teilnehmerzahlen stetig stiegen, wechselte der nun jährlich stattfindende Kongress mehrfach zwischen Hamburg und Berlin. 2012 bis 2016 war das Congress Center Hamburg Gastgeber. Allein hier stieg die Besucherzahl von 6.500 auf rund 13.000 Besucher. Seit dem letzten Jahr ist die Leipziger Messe der neue Veranstaltungsort des Kongresses. Im Jahr 2017 beliefen sich die Besucherzahlen dann auf rund 15.000 Teilnehmer. Das Motto des 34C3 war in Anlehnung an die Anfänge des Clubs „tuwat“.

Auch dieses Jahr geht es zum 35C3 Kongress vom 27. bis zum 30. Dezember 2018 nach Leipzig. Neben dem Zusammenkommen der „Häcker“, dem Vorstellen von Projekten, Community-Assemblies, Entwickler- und Projektgruppentreffen, Installationen, Lightning Talks, verschiedenen Workshops und speziellen Angeboten für Kinder und Jugendliche, gibt es wie auf einem Kongress üblich, auch viele Vorträge und Talks.

Diese sind dieses Jahr in 6 Tracks aufgeteilt:

  • Art & Culture
  • Ethics, Society & Politics
  • Hardware & Making
  • Security
  • Science
  • Resilience
  • Es verspricht wieder spannend zu werden!

Der Fahrplan der Veranstaltung wird kurz vor dem

Start veröffentlicht. UnterMedia stehen im Anschluss die meisten Vorträge zum Download bereit. Dort gibt es auch eine sehr große Auswahl an veröffentlichten Beiträgen aus den Vorjahren. Im Dezember wird es wieder einen Blog-Eintrag auf unserem its-people-Blog zu den Talks geben und Anfang des Jahres dann auch eine Rückschau.

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